Hier geht es nicht um Religion, sondern um den Glauben an sich selbst — an die eigenen Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten. Viele Bücher und andere Quellen sind voll von der Idee, dass ohne Glauben an sich selbst nichts geht und dass jede wirksame Tätigkeit damit beginnt. Da ist sicher was dran. Jemandem zu beweisen, dass er mit 50 sein Leben allein mit meinem Buch deutlich ändern kann, ist ziemlich schwer. Ich würde sogar sagen, unmöglich, wenn er es nicht selbst glaubt. Also ja: Ohne Glauben an sich selbst gibt es keine Erfolge und keine persönlichen Siege. An sich selbst zu glauben ist eines der ersten Dinge, die jemand braucht, der in Sachen Produktivität etwas erreichen will. Fehlender Glaube wird oft auf die verschiedensten Faktoren geschoben: von geringem Selbstwertgefühl bis zur Faulheit. Aber das ist nicht das Thema dieses Buches, und ich bin kein Experte für psychische und psychophysische Eigenheiten. Die Idee noch einmal: „An sich selbst und an das, was du tust, zu glauben, ist für jeden sehr wichtig und ein Grundelement jeder wirksamen Planung.“
Andererseits muss man realistisch sein. Wie viele Menschen kennst du, die nur dank des Glaubens an sich selbst etwas Bedeutendes erreicht haben? Ehrlich gesagt fällt mir kein Name ein. Blinder Glaube ohne gut durchdachten Plan ist hundertprozentiger Misserfolg. Im Wesentlichen sind Glaube und ein klarer Plan alles, was du brauchst, um deine Wirksamkeit in Gang zu bringen. Mit dem Glauben haben die Leute oft kein Problem, besonders am Anfang. In den ersten Wochen irgendeines Masterclass oder Challenges gibt es Glauben en masse, aber das Fehlen eines gut durchdachten Plans macht am Ende alle ihre Anläufe zunichte und treibt sie womöglich in die Depression, weil andere es geschafft haben und sie nicht. Und das Hauptproblem liegt nicht daran, dass die Leute unfähig wären, einem Plan zu folgen und etwas Substantielle zu erreichen — es liegt am Plan selbst oder daran, dass der Plan nicht von ihnen stammt. Sie haben keine Erfahrung mit wirksamer Planung und richtiger Zielsetzung, also scheitert ihr erster Versuch. Wenn sie ihren Plänen nicht folgen können, verlieren sie am Ende sowohl den Glauben an sich als auch das Gefühl für die eigenen Kräfte. Oder die Pläne werden von anderen gesetzt: z. B. Coaches von Trainings und Challenges, die man nur mit viel Wohlwollen Experten für Planung nennen kann und die alle Pläne und Empfehlungen ganz pauschal erstellen, ohne die Person und ihr Leben zu berücksichtigen. So können nicht alle diesen Plänen folgen; viele geben auf und verlieren dabei auch den Glauben an sich. Noch einmal: blinder Glaube an sich selbst ohne Plan ist der direkte Weg in den Misserfolg.
Leider sind viele Bücher und besonders Online-Kurse einzig auf blindem Glauben aufgebaut. Ehrlich gesagt wollte ich Denke nach und werde reich aus der Hand legen (obwohl ich noch nie ein angefangenes Buch nicht zu Ende gelesen habe) — in diesem Buch ist eines der allerersten Kapitel das über den Glauben an sich selbst, und meiner Meinung nach ist es viel zu fanatisch beschrieben. Ich kann mich an ein anderes kürzliches Beispiel erinnern, einen Blogger in Russland. Ein Typ, dessen Namen ich mir nicht zu merken brauchte, verkaufte Online-Kurse zur Effektivität. Diese Kurse bestanden aus dem Prinzip des Glaubens an sich selbst. Empörte Käufer verlangten Geld zurück, und die Polizei schaltete sich ein. Also merk dir: Mit Glauben allein kommst du nicht weit.