Nachdem Sie im Großen und Ganzen entschieden haben, was Sie vom Leben wollen, kann sich in Ihrem Kopf ein langfristiger Plan abzeichnen. Er muss nicht klar und detailliert sein. Wichtiger ist hier das Prozentverhältnis — wann und wie viel Prozent Sie ungefähr erreichen wollen. Natürlich ist es wichtig, dass Ihre Entwürfe keine kranke Fantasie sind, die vom Leben abgekoppelt ist, sondern realistisch erreichbar. Angenommen, Sie sollen 10 % dieses Plans in den nächsten 3 Jahren erfüllen, den Rest in gleichen Teilen danach. Entsprechend müssen Sie schon im ersten Jahr viel für Ihre Ziele arbeiten und etwa ein Drittel der geplanten 10 Prozent erfüllen.
Im Buch «Überflieger» zeigt der Autor, dass einen Genie vom Outsider nicht Talent unterscheidet, sondern produktive Routinarbeit und Übung. Angenommen, Sie wollen ein berühmter Musiker werden. Dieser Plan würde Ihnen hervorragend passen. Damit könnten Sie Ihr Leben bis zu solchen Nuancen ausarbeiten wie:
a) die Gesamtzahl der Stunden, die ich dem Üben widmen werde;
b) die Gesamtzahl der Kompositionen, die ich einzeln (oder mit meiner Band) erstellen will;
c) die Gesamtzahl der Konzerttouren, auf die ich gehen will;
d) die Summe Geld, die ich mit dieser Tätigkeit verdienen will;
e) alle anderen Ziele.
Fast all das lässt sich tatsächlich planen. Natürlich werden die ersten Zielentwürfe noch von der Realität abgekoppelt sein, da Sie noch kein Profi und Experte in diesem Bereich sind. Aber mit jedem Jahr, bei Anpassung des Lebensplans, werden die Ziele konkreter und der Plan realistischer.
Jemand könnte einwenden, dass Kreativberufe am wenigsten plan- und analysierbar sind. Natürlich hat diese Person teilweise recht. Vielleicht ist es unmöglich, Kunst nach Plan und mit Zwang zu schaffen. Wovon ich aber sicher bin: Talent spielt hier keine Rolle, und alles entscheiden Entschlossenheit und Ausdauer. Vielen fehlt Ausdauer. Man sollte sich nicht in talentiert oder untalentiert einteilen — man muss einfach machen. Regelmäßig, jeden Tag, unabhängig von allem. Alle können schwere Tage, Wochen oder sogar Monate haben, aber nicht das ganze Leben.
Zurück zu unserem Beispiel des Musikers, den ich keineswegs bin (und entsprechend kann mein Plan weit von der Realität entfernt sein): Wichtig ist, dass er hier nur als Beispiel dient. Ich würde so vorgehen: Wenn mein Lebensplan «großer Musiker werden» ist, wären die Ziele für die nächsten 3–5 Jahre:
a) entscheiden, ob ich in naher Zukunft Teil einer Band bin oder Solokarriere mache. Oder vielleicht beides ausprobieren;
b) N tausend Stunden auf dem gewählten Instrument spielen;
c) X Kompositionen erstellen.
Und irgendwo weit in den Entwürfen des Lebensplans hätte ich auch solche Punkte:
d) Konzerttouren in M Länder Y Mal machen;
e) Z Geld verdienen.
Natürlich würde ich jedes Jahr meine Ziele nach meinen Kräften und Umgebungsfaktoren anpassen (z. B. andere Bandmitglieder, wenn ich in einer Band spielte). Ich würde reflektieren und analysieren, ob ich die gesetzten Ziele erreiche oder nicht. Wenn nicht, warum? Ich würde mir eine der Hauptfragen stellen: Brauche ich diese Ziele wirklich, und gibt es nicht wichtigere Ziele für meinen Plan? Und erst wenn ich Erfahrung, die Fähigkeit zur nüchternen Selbsteinschätzung und gutes Branchenverständnis hätte, würde ich finanzielle Ziele setzen und die Punkte d) und e) anpassen. Aber einen Plan für die nächsten 3–5 Jahre hätte ich definitiv, auch wenn abstrakt.